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Tipp: Was ist eigentlich mit dem Papiermüll?

Was?

In unserem ersten Nachhaltigkeits-Special haben wir uns bereits mit Plastikmüll und dessen umweltschädlichen Folgen auseinandergesetzt. Was dabei oft vergessen wird: der sonstige Müll, den wir so produzieren. Da ist es nicht verwunderlich, dass wir zwar sehr streng auf Plastik achten, Pappe, Karton und co. jedoch völlig unterschätzen. Wir fragen uns: was ist eigentlich mit dem ganzen Papiermüll?

Warum?

In Deutschland werden pro Jahr rund 411,5 Tonnen Abfall produziert. Und der besteht nicht nur aus dem (zurecht!) in Verruf geratenen Plastik, sondern auch aus anderen Kunststoffen, Papier, Restmüll und co.  Natürlich, die Bananenschale lässt sich nicht so recht vermeiden und das muss sie auch gar nicht. Wir wollen es nun ja wirklich nicht übertreiben! Aber gerade Papier und Pappe, quasi den kleinen Bruder des Plastiks, unterschätzen wir gekonnt. So greifen wir (natürlich der Umwelt zuliebe) im Supermarkt gerne einmal zur Papier- statt zur Plastiktüte, sind uns dabei jedoch nicht so wirklich im Klaren darüber, dass auch das unserer Umwelt nicht mal so lieb ist.

Was für Papier spricht: es verrottet deutlich schneller als Plastik. Aber: auch die Herstellung von Papier belastet die Umwelt. Es benötigt wichtige Rohstoffe, insbesondere natürlich Holz, verbraucht viel Energie und Wasser, setzt umweltschädliche Gase frei und kann dazu führen, dass Chemikalien, die bei der Produktion genutzt werden, in unser Grundwasser gelangen. Auch CO2, welches für unser Klima alles andere als gut ist, wird bei der Papierproduktion verbraucht.

Blatt einer Pflanze

Noch dazu wird Papiermüll in ziemlich großen Mengen produziert – pro Person und Jahr fallen in Deutschland rund 250 Kilogramm an. Alleine die Verwendung von Papierverpackungen ist in den letzten 25 Jahren um 65% gestiegen. Gut, das kann auch daran liegen, dass der Verbrauch von Plastikverpackungen gesunken ist (2016 beispielsweise fiel, im Vergleich zum Vorjahr, der Plastiktüten-Verbrauch von 68 auf 45 Tüten pro Person) doch wie bereits gesagt: diese als eine adäquate Alternative für Plastik anzusehen ist eben auch nicht der umweltfreundlichste Weg und die Lösung des Problems.

Gerade durch zwei Faktoren fällt immer mehr (Verpackungs-)Müll aus Papier an. Einmal durch Essen und Trinken to go – davon konsumieren wir nämlich immer mehr und und wie Pizza, Burger und Matcha Latte verpackt sind, wissen wir ja. Alleine in Berlin landen pro Jahr rund 170 Millionen One-Way-Becher in der Tonne. Beim zweiten Faktor handelt es sich um den steigenden Konsum im Online-Handel. Hierzu müssen wir wahrscheinlich auch nicht viel erklären, denn jeder, der schon einmal ein Paket von einem Online Händler bekommen hat, weiß sicherlich, wie viel Verpackungsmüll das Ganze mit sich bringt.

Wie?

Alles in einem: Wer denkt Plastik durch Papier zu ersetzen rettet die Welt, der befindet sich leider auf dem Irrweg. Die Devise lautet deswegen nicht nur Plastik zu vermeiden, sondern genauso auch Papiermüll zu reduzieren.

Wenn du irgendwo Essen oder ein Käffchen to go holst, bring deine eigenen Mehrwegbehälter mit. Packe deine Einkäufe in selbst mitgebrachte Stoffbeutel und Obst und Gemüse in Früchtebeutel. Achte beim Kauf von Papier und Produkten aus Papier außerdem darauf zu Varianten aus recyceltem Material zu greifen (beispielsweise beim Druckerpapier, Jahreskalender oder Klopapier).

Blatt einer Pflanze