Nachhaltigkeitswoche – Tag 1

Vom 30. Mai bis zum 05. Juni finden erneut die Aktionstage für Nachhaltigkeit statt. Sie wurden vom deutschen Nachhaltigkeitsrat im Zuge der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung 2012 in Brasilien ins Leben gerufen und drehen sich, wie es der Name schon vermuten lässt, ganz um das Thema Nachhaltigkeit. Zunächst handelte es sich lediglich um einen Aktionstag für Nachhaltigkeit, den 04. Juni, mittlerweile hat sich der Zeitraum jedoch auf eine ganze Woche ausgeweitet. Kein Wunder bei solch einem wichtigen Thema! Und auch uns liegen die Umwelt und die Nachhaltigkeit am Herzen. Deswegen lassen wir es uns nicht nehmen einen kleinen Teil zu dieser besonderen Woche beizutragen. Ab heute gibt’s von uns deshalb die ganze Nachhaltigkeitswoche lang jeden Tag einen Artikel mit jeweils einem Tipp, wie ihr euren Alltag ganz einfach ein klein wenig ökologischer gestalten könnt. Viel Spaß!

Tipp: Plastik reduzieren

Was?

Plastik – es verfolgt uns tagtäglich und ist leider großer Bestandteil unseres Alltags. Was wir konsumieren ist häufig in Plastik verpackt und viele alltäglich Nutzungsgegenstände bestehen ebenfalls aus dem mehr und mehr unbeliebten Material. Wenn wir jedoch nachhaltiger leben möchten, ist uns gut daran gelegen Plastik zu reduzieren.

Warum?

Zahnbürste, Müllbeutel, Gartenstuhl, Joghurtbecher – während in den 1950er Jahren gerade einmal 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert wurden, sind es heute schon 300 Millionen Tonnen. Der Kunststoff, der anfangs, vor rund 100 Jahren, hochgelobt und als toller Fortschritt angepriesen wurde, stellt heute eine enorme Bedrohung für uns und unsere Umwelt dar.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen landen mehr als 8 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr im Meer. Meist über Flüsse und ungesicherte Mülldeponien. Wenn die Entwicklung auf diese Weise fortschreitet, soll sich nach Schätzungen ab ca. 2050 mehr Plastik im Meer befinden als Fisch. Keine so herrlich Vorstellung, gerade, wenn wir an unseren nächsten Strandurlaub denken. Selbst am tiefsten Punkt der Erde, dem Mariannengraben, wurde von Tiefseeforschern beim Tauchgang in 11.000 Metern Tiefe bereits eine Plastiktüte gefunden.

Meerestiere, Fische und Vögel tragen direkten Schaden davon: Sie verheddern sich unter anderem in Netzen oder Tüten und auch in ihren Mägen landet der Müll in großen Mengen. Erst kürzlich ist auf den Philippinen ein Wal gestrandet in dessen Magen rund 40 Kilogramm Plastik gefunden wurden. Ein Festmahl war das wohl nicht.  Die Artenvielfalt im Meer – von Korallenriff bis Oktopus – schwindet und immer mehr Meeresbewohner sind vom Aussterben bedroht. So beispielsweise die echte Karettschildkröte, die unter den Unmengen an Plastik im Ozean leidet. Und wir wollen doch wirklich nicht, dass diese hübsche Schildkröte mit ihren runden Glubschaugen bald nicht mehr fröhlich durch unsere Meere treibt, oder?

Photo by John Cameron on Unsplash

Aber das ist nicht alles. Durch Sonne, Wind und das Meereswasser zersetzt sich Plastik langsam aber sicher in Mikroplastik. Dies bezeichnet alle Kunststoffteilchen, die im Durchmesser kleiner als 5 Millimeter sind. Schon bei diesem Zersetzungsprozess werden gefährliche Stoffe wie Bisphenol A, Phthalate oder Flammschutzmittel freigesetzt. Diese werden von Meereslebewesen aufgenommen und können deren Erbgut und Hormonhaushalte beeinflussen. Aber auch das Mikroplastik selbst gelangt in die Meerestiere und von dort schließlich auf unsere Teller und in unsere Nahrungskette. Welche Folgen das für uns hat, ist noch nicht ausreichend erforscht, jedoch sind gesundheitsschädliche Konsequenzen nicht auszuschließen.

Übrigens: in den letzten Jahren wurde auch in vielen Kosmetikartikeln Mikroplastik nachgewiesen. In welchen genau, kannst du beispielsweise in dieser Übersicht der Organisation Beat the Microbeat herausfinden.

Wie?

Um den negativen Folgen des ansteigenden Plastikaufkommens entgegenzuwirken, zählt für uns Konsumenten vor allem eine Devise: Plastik reduzieren und vermeiden. Für den kompletten Plastikverzicht muss man, zugegebenermaßen, schon sehr ambitioniert sein, denn nicht immer lassen sich einfach und problemlos plastikfreie Alternativen finden. Aber: oftmals reicht alleine ein Handgriff, der über Plastik oder kein Plastik entscheidet. Und wenn jeder ein wenig darauf achtet, ist bereits viel getan.

Sehr gut kann man sich bei der Plastikvermeidung auch an diesen drei Punkten orientieren:

Reduzieren: Brauchst du den Plastikstrohhalm im Cocktail wirklich? Muss auf dem Coffee to go Cup der Plastikdeckel sein? Ist die Plastiktüte nötig, um deinen Einkauf zu transportieren? Sich einfach einmal mehr die kleine aber feine Frage brauche ich das wirklich? oder ist das nötig?stellen, kann schon viel bewirken. Und wenn du Frage mit nein beantwortest, lass doch einfach mal den überflüssigen Gegenstand weg. Auch verpackungsfrei einzukaufen macht einen großen Unterschied.  Greif also, wenn du die Auswahl hast, lieber zu den losen Tomaten, als zu denen in Plastikverpackung. Bei anderen Produkten, beispielsweise Nudeln, Duschgel oder Schokolade ist das ganze schon schwieriger. Für alle die trotzdem noch einen Schritt weitergehen wollen: vielerorts gibt es mittlerweile Unverpackt-Läden, in denen du dir deine Einkäufe in Glasbehälter abfüllen kannst.

Re-Use: Nutze Produkte und Gegenstände, die du immer wieder verwenden kannst und nicht nach einmaligen Gebrauch wegwerfen musst. Beispielsweise Glas- oder Metallstrohhalme, Stofftaschen, Glasflaschen, wiederverwendbare Cups-to-go, Rasierer aus Edelstahl, und so weiter. Und wenn dir doch mal eine Plastiktüte in die Hände gerät: einfach weiter nutzen statt wegwerfen. Zum Beispiel als Müllbeutel oder auch Regenschutz für den Fahrradsattel.

Re- & Upcycle: Recycelbare Plastikflaschen gehören nicht in die Tonne, sondern in dafür vorgesehene Automaten, die wir alle aus dem Supermarkt kennen. Aber auch andere Plastikgegenstände können nach dem Gebrauch auf kreative Art und Weise weitergenutzt werden. Nicht umsonst ist upcycling aktuell so im Trend (inspirieren lassen kannst du dich zum Beispiel hier).

Unterschrift

Christine Hierer

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