Lesedauer: 6 Minuten

Ist Online-Shopping eigentlich nachhaltig? Wenn einem die Bilder von vollen Lieferwägen und großen Mengen Verpackungsmüll in den Sinn kommen, möchte man pauschal gerne erst einmal mit einem gepflegten Nein antworten. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Denn: ob es für unsere Umwelt besser ist, im Kaufhaus zu shoppen oder aber online, hängt von unzähligen Faktoren ab. Wie viel wird gekauft? Welche Strecke legt die Ware zurück? Welche Strecke legt man selbst zurück und wie legt man sie zurück? Wie war oder ist die Ware verpackt? Was wird gekauft? Und so weiter… Deswegen wollen wir dir das Thema bewusst online shoppen in diesem Artikel etwas näherbringen und zeigen, worauf du achten kannst, damit’s beim Online-Shopping möglichst (umwelt)bewusst zugeht. Außerdem verraten wir, was wir bei reBuy tun, um dir eine möglichst nachhaltige und bewusste Online-Shopping-Erfahrung zu ermöglichen.

Shopping-Mythen

>> In der Stadt shoppen ist klimafreundlicher

Das ist nicht unbedingt der Fall. So kann es, laut Öko-Institut, mehr CO2-Emissionen verursachen Schuhe in der Stadt zu kaufen als sie im Internet zu bestellen (selbst, wenn du den Weg zum Kaufhaus zu Fuß oder mit dem Rad bestreitest!). Der Grund: Kaufhäuser verbrauchen enorme Mengen an Energie, die beim Online-Handel oft wegfallen (Heizkosten, Beleuchtung, Elektroniksysteme bis hin zur Tür, die sich automatisch für dich öffnet). Außerdem verbraucht der Versand eines Pakets, isoliert betrachtet, nur ein Viertel, Versand und Retoure die Hälfte, aller Treibhausgasemissionen, die bei einer sechs Kilometer langen, durchschnittlichen, Einkaufsfahrt mit dem Auto produziert würden (diese entspräche rund 2400g CO2). Gerade wer auf dem Dorf wohnt, legt jedoch gut und gerne eine deutlich längere Strecke zurück und auch der möglicher Stau in der Stadt macht die Rechnung nicht besser.

Trotz allem kommt es natürlich auch darauf an, wie viele Personen im Auto sitzen und wieviel gekauft wird bzw. was die Online-Shopping Alternative gewesen wäre (hätte man in 10 unterschiedlichen Online-Shops geshoppt oder vielleicht gar nicht?).

Was noch zu beachten ist: natürlich legt man beim Offline-Shopping nicht nur selbst eine gewisse Strecke zurück, auch die Waren im Kaufhaus sind nicht aus heiterem Himmel dort aus der Erde geschossen. Wer also nur den Warentransport zu sich nach Hause beim Online-Shopping im Kopf hat, aber ausblendet, dass auch massenhaft  Waren an die Kaufhäuser geliefert werden müssen, begeht einen kleinen, aber feinen Denkfehler. Momentchen mal, aber das ist doch bei den Logistikzentren der Online-Händler genauso kann man nun dagegenhalten. Das stimmt. Allerdings hat man beim Online-Shopping eine größere Auswahl und somit eher die Möglichkeit regionale Waren (bei regionalen Händlern) zu kaufen und die Transportwege nachzuverfolgen. Gerade in großen Kaufhäusern in der Stadt sind die Waren oft aus der Ferne und die Transportwege und -mittel für den Endkonsumenten nicht deutlich erkennbar.

>> Wenn ich im Kaufhaus shoppe, spare ich Verpackungsmüll

Kommt drauf an! Auch was in den Regalen der Kaufhäuser liegt, war nicht immer unverpackt. Überraschung! Die Warenanlieferung erfolgt oftmals mit einer ordentlichen Menge Füllmaterial und nicht zu vergessen: die vielen Einkaufstüten, die beim Offline-Shopping nach wie vor über die Ladentheke gehen. Auf der anderen Seite gibt’s mittlerweile viele Online-Händler, die wichtige Maßnahmen gegen das Problem Verpackungsmüll ergreifen.

Trotzdem muss man sagen, dass, laut Untersuchungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung, die Menge an Verpackungsmüll durch den Online-Handel grundsätzlich steigt. Der Grund: es wird schlicht und einfach sehr viel, und noch dazu sehr viel einzeln, online gekauft. Besonders prägnant ist dabei, laut dem Online Monitor 2019, die Textil- und die Elektronikbranche.

>> Einmal in die Stadt und ich habe alles, was ich brauche

Nicht unbedingt, denn je nachdem, was man sucht, wird man nicht überall fündig. Insbesondere, wenn die Offline-Anlaufstelle keine große Stadt mit guter Auswahl ist.

Wer auf einen bewussten Konsum achtet und deswegen vermehrt Gebrauchtware oder von nachhaltigen, kleinen Labels shoppt, wird in den meisten Shoppingmalls alt aussehen. Hier bietet das Online-Shopping eine deutlich bessere und vielfältiger Auswahl sowie nachhaltigerer und umweltbewusstere Optionen.

>> Online-Shopping ist einfach nur ein Ding der Bequemlichkeit

Also bitte! Das muss doch nicht sein. Hier der absolute Anti-Bequemlichkeits-Online-Shopping-Lifehack: überleg beim Joggen, was du alles brauchst und bestellen willst, mach ein paar beschwingte Situps, während du deine Warenkörbe füllst und anschließend schickst du deine Bestellung parallel zum heiteren Sonnengruß ab. Tadaaa, Online-Shopping ganz ohne der Bequemlichkeit zu frönen!

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von reBuy (@rebuy_recommerce) am

Worauf man beim Online-Shoppen unbedingt achten sollte und was es bringt:

>> Möglichst viel Ware auf einmal bestellen

Bestell möglichst viel Ware auf einmal. Und zwar in einem Shop (nicht in drölf unterschiedlichen) und als eine große Lieferung, statt in Teillieferungen auch, wenn du dann vielleicht ein paar Tage länger warten musst. Dadurch sparst du Transport-Emissionen und auch das Verpackungsmaterial kann maßgeblich reduziert werden

Natürlich soll das nicht heißen, dass du nun zwangsläufig immer viel kaufen sollst, obwohl du eigentlich nur eine Sache brauchst. Hier ist die Lösung: überlege dir einfach über eine längere Zeit hinweg, was du besorgen möchtest. Schreib dir einen Einkaufszettel und bestelle dann, zu einem passenden Zeitpunkt, alles auf einmal.

Weitere Vorteile des Ganzen: Auch dein Nachbar freut sich, wenn nicht andauernd Pakete bei ihm abgegeben werden & du freust dich, wenn du beispielsweise ein Buch ausgelesen hast und direkt das Nächste bereit steht und nicht erst neu bestellt werden muss.

>> Kein Express-Versand

Es ist ja schön und gut, wenn das Paket direkt am nächsten Tag ankommt. Aber mal im Ernst: ist es wirklich nötig? Seien wir doch mal ehrlich – in der Regel nicht. Also: spar dir den Express-Versand lieber. 

Warum? Ganz einfach: beim Expressversand werden die Lieferfahrzeuge aufgrund der Dringlichkeit oftmals nicht vollständig befüllt. Die Folge: es muss häufiger gefahren werden und somit erhöhen sich die CO2 Emissionen. Übrigens: bei reBuy sparen wir uns die Option auf Express-Versand komplett.

Und wer sich noch freut: Die Paketboten. Denn die sind aufgrund der massenhaften und dringlichen Lieferungen eh schon überfordert und müssen teilweise völlig unrealistische Arbeit leisten. 

>> Retouren vermeiden

Laut Untersuchungen der Universität Bamberg wird jede sechste Online-Bestellung zurückgeschickt. Alleine 2018 wurden im Online-Handel schätzungsweise 490 Millionen Artikel retourniert. Auch das verursacht zusätzliche CO2 Emissionen und ist eine enorme Belastung für unsere Umwelt.

Was also tun: bestelle nur, was du wirklich brauchst und verzichte beim Online-Shopping auf Artikel, die du von vornherein halt einfach nur mal ansehen aber ggf. ohnehin wieder zurückschicken willst. Bei diversen Waren, beispielsweise Klamotten, die grundsätzlich oft retourniert werden, macht es außerdem vielleicht ja doch mehr Sinn sie vor Ort zu kaufen, damit du sichergehen kannst, dass sie passen und optisch gefallen. Überleg dir also, wann es sinnvoll ist online zu shoppen und wann du doch lieber ins Geschäft gehen solltest.

Ein weiterer Nachteil, den das Zurückschicken von Bestellungen mit sich bringen kann: gerade große Versandhäuser stehen in der Kritik Retouren (mit Neuware, wohlgemerkt) zu vernichten. Der Grund: die Ware ist nicht mehr rentabel und das Vernichten die günstigste Option sie loszuwerden. Das ist nicht nur eine enorme Ressourcenverschwendung, sondern auch moralisch nicht vertretbar.

>> Shops bewusst wählen

Besonders nachhaltig online-shoppt es sich außerdem, wenn du die Händler und Marken bewusst auswählst. Nutze Shops, die faire und nachhaltige Produkte oder aber Gebrauchtware anbieten. Gerade in diesen Bereichen hast du online auch einfach eine deutlich größere und bessere Auswahl als in der Stadt oder im Shoppingcenter, in denen immer die gleichen großen Ketten vertreten sind. 

Achte auch darauf, dass die Shops, bei denen du kauft, möglichst wenig Verpackungsmüll produzieren (Angaben und Infos dazu findest du oft auf den entsprechenden Websites oder aber du fragst einfach mal beim Kundenservice nach). Bei reBuy beispielsweise werden die Versandkartons passgenau zugeschnitten, um überflüssiges Verpackungsmaterial zu vermeiden.

Verpackungsmaschine bei reBuy

Bei reBuy werden die Verpackungen passgenau zugeschnitten.

Bewusst auf reBuy shoppen

Und wie kannst du nun dein neu gewonnenes Wissen nun auf reBuy.de anwenden? Hier ein paar Tipps:

👉 Nutze unsere praktische Merkzettel-Funktion und speicher dir deine Lieblingsartikel in deinem Account ab. Wenn die Liste lang genug ist: go for it und bestelle alle deine Lieblingsartikel auf einmal.

👉 Nutze unsere praktischen Aktionen, beispielsweise die Nimm 10 Aktion oder unsere Versandkostenfrei Specials, um bei deinem Kauf direkt noch etwas Kleingeld zu sparen.

👉 Groß eingekauft? Super – warum nicht direkt mit einer kleinen Aussortier-Aktion verbinden, damit mehr Platz für deine Einkäufe ist? Also: miste im Gegenzug direkt mal wieder aus und verkaufe, was du nicht mehr brauchst.

Unser Fazit – Ist Online-Shopping besser als der Gang ins Kaufhaus?

Das kann man so nicht pauschal beantworten. Was sich aber sagen lässt: Online-Shopping ist nicht grundsätzlich schlechter. Mehr noch: oftmals ist die Option des Online-Shopping sogar die (umwelt)bewusstere. Entscheidend ist, dass wir die Möglichkeit unsere Käufe online zu tätigen dann nutzen, wenn es wirklich Sinn macht und auf eine Art und Weise, die Sinn macht. Ein bisschen Überlegung, Abwägung und Geduld beim Online-Shopping sind somit das A und O, damit wir alle ebenso wie unsere Umwelt am meisten davon haben.