Ausmisten: warum, was und wie

Wer kennt es nicht? Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, die Lektüren im Bücherregal sind dicht an dicht aneinandergereiht und die Vitrine ist voll mit Deko, die schon mehr Staubfänger ist, als hübsche Zierde.

Jeder Deutsche besitzt im Schnitt 10.000 Dinge – das meiste davon benutzen wir kaum. Nun könnte man meinen so viel Hab und Gut tut uns gut, doch in Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Der viele Kram engt uns ein, wir verlieren den Blick für das Wesentliche und die Dinge, die uns wirklich glücklich machen. Seit geraumer Zeit ist deswegen der minimalistische Lebensstil von voll im Trend. Dieser bedeutet sich auf ein Minimum zu reduzieren und sich nur zuzulegen, was man wirklich braucht und worüber man sich dauerhaft freuen kann. Vor einem Weilchen haben wir bereits berichtet, warum weniger in Wahrheit mehr ist. Falls ihr also mehr erfahren wollt, findet ihr den ausführlichen Artikel genau hier.

Warum tut uns Ausmisten also so gut?

In der Steinzeit musste gesammelt und gebunkert werden, um zu überleben. Heute müssen wir das nicht mehr, machen es aber immer noch ziemlich gerne. Dabei sorgt das Ansammeln für 

Gelbes Sofa

Unordnung und Unübersichtlichkeit. Ausmisten, also sich von altem Kram zu lösen, wirkt daher unglaublich befreiend. Es bedeutet Platz für das Wesentliche zu schaffen und bringt Klarheit und Ruhe – und das sowohl in die eigenen vier Wände, als auch in den Kopf. Außerdem bedeutet es alte Lasten abzuwerfen, loslassen, etwas verändern und bringt uns weiter. Auch wenn uns das Ausmisten währenddessen nicht leicht fällt, im Nachhinein gibt es ein positives und erleichterndes Gefühl alten Krempel hinter sich zu lassen und wieder besser durchatmen zu können.

Was wir getrost ausmisten können

Im Prinzip können wir alles ausmisten, was wir nicht mehr benutzen und nicht mehr brauchen. Hier mal eine kleine Auflistung, nach den unterschiedlichen Räumlichkeiten, was das so alles sein kann:

Wohnzimmer:

  • alte DVDs, CDs und Bücher (oder wann genau, wolltest du dieses Buch nochmal lesen? So in 20 Jahren?)
  • alte Zeitungen, Zeitschriften und Magazine
  • Deko, die dir gar nicht mehr gefällt oder zu viel des Guten ist
  • Decken, Kissen, Teppiche, die es einfach nicht mehr bringen
  • Elektronikgeräte, die du nicht mehr nutzt
  • alten Papierkram und Schnickschnack am Arbeitsplatz

Badezimmer:

  • alte und abgelaufene Kosmetik- und Hygieneartikel
  • Haargummis, Haarklammern und andere Utensilien und Accessoires, die nicht mehr taugen oder nicht mehr gefallen
  • ranzige Handtücher, Teppiche, Duschvorhänge

Küche:

  • ganz klar: abgelaufene Lebensmittel (außer du bist dir noch sicher, dass es noch genutzt werden kann und du es auch wirklich noch benutzen wirst)
  • das obligatorische Kochbuch von Omi, in das du seit zehn Jahren keinen einzigen Blick geworfen hast
  • kaputte Kochutensilien (außer es kann noch repariert werden – dann nutze endlich die Gelegenheit: lass es reparieren!)
  • zerkratzte Töpfe und Pfannen
  • alte Küchenmaschinen, die keine Verwendung mehr finden
  • Schwämme, Topflappen und Geschirrtücher, die ihre beste Zeit hinter sich haben

Schlafzimmer:

  • Klamotten, die du nicht mehr trägst (gerade den Fashionistas unter uns fällt dieser Part oft sehr schwer. Um das Ganze zu erleichtern gibt es eine Faustregel, an der man sich gut orientieren kann: alles, was länger als ein Jahr nicht getragen wurde – weg damit!)
  • das Bild von deinem oder deiner Ex
  • die alte Bettwäsche ganz hinten im Regal, die du eh nicht mehr nutzt
  • der ganze Schnickschnack, der im Nachttisch rumfliegt

Kommt das weg oder nicht – Du bist dir nicht ganz sicher?

Klar, es gibt so ein paar Sachen, die benutzen wir weder regelmäßig, noch brauchen wir sie aber irgendwie hängt unser Herz dran. Beispielsweise Souvenirs von einer Reise oder ein persönliches Geschenk. Überleg bei diesen Sachen einfach mal, wie es wäre, wenn sie nicht mehr da wären. Es würde dich traurig machen? Dann solltest du sie definitiv behalten. Oder wäre doch gar nicht mal so schlimm und in ein paar Tagen, würde dir schon gar nicht mehr auffallen, dass da was fehlt?Dann hängt dein Herz wohl doch nicht so sehr dran, wie du gerade denken magst. Also, weg damit!

Minimalistisches Wohnzimmer

Wie geht Ausmisten eigentlich?

1. Nimm dir nicht die ganze Wohnung und auch nicht ein ganzes Zimmer auf einmal vor, sondern miste lieber nach und nach, Regal für Regal, aus. So bleibst du motiviert und machst keine halben Sachen. Also: plane einfach für jeden Tag ein Regal oder eine Zimmerecke ein und nimm dir bewusst Zeit für deine Ausmist-Aktion.

2. Stell dir ein paar Kisten bereit. Eine für alles, was du behalten möchtest und weitere für aussortierten Kram (hier kannst du nochmal zwischen Müll, zu verschenkenden und zu verkaufenden Sachen unterteilen).

3. Am besten räumst du dann das auserwählte Terrain, den Schrank oder das Regal erst einmal komplett aus. So kannst du direkt auch mal schön durchwischen – kann ja auch nicht schaden.

4. Nun nimmst du dir ein Gegenstand nach dem anderen vor und stellst dir dazu jeweils ein paar Fragen: Brauche ich das noch? Benutze ich das noch? Ist es mir wichtig / Hängt mein Herz dran? Wichtig: sei hier wirklich ehrlich zu dir selbst.

5. Beantwortest du die Fragen mit “nein”, dann weg damit! Und je nach Zustand und deiner Einschätzung ab in die passende Kiste damit.

6. Ansonsten: kommt es in die Behalte-Kiste.

7. So machst du es, bis du mit jedem Gegenstand durch bist. Die Kiste mit den Sachen, die du behalten möchtest, kannst du anschließend wieder schön einräumen.

Was machen wir mit dem ausgemisteten Kram?

Blume in blauer Vase

Alles, was nicht mehr brauchbar ist, kommt in den Müll. Nicht weiter schwer, achte nur darauf, es auch in den richtigen Müll oder auf den Recyclinghof zu bringen. Bei den noch brauchbaren Sachen, die du verschenken möchtest, hast du unterschiedliche Möglichkeiten. Über manches freuen sich vielleicht deine Freunde oder Bekannte? Alternativ kannst du auch einfach eine Verschenke-Kiste mit einem kleinen Schildchen anfertigen und sie auf die Straße stellen. Was außerdem gerade bei Kleidung und Spielzeugen eine feine Sache ist: spenden! Es gibt nämlich sicher jemanden, für den deine aussortierten Sachen von großem Wert sein können und der sich darüber freut. Dafür gibt’s dann auch noch einen Karma-Punkt on top. Den restlichen Kram kannst du auf Flohmärkten oder diversen Online-Portalen verkaufen. Auch bei uns kannst du beispielsweise für deine alten Elektronikgeräte sowie Bücher, Filme, CDs und andere Medien noch gutes Geld kassieren.

Was du aber auf keinen Fall tun solltest: die ausgemisteten Sachen in Kisten und dann in die Abstellkammer oder in den Keller packen. Da bleibt es am Ende ja doch wieder ewig stehen und ganz losgeworden bist du es doch nicht. Wenn weg, dann auch richtig! In diesem Sinne: fröhliches Ausmisten!

Unterschrift

Christine Hierer

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