10 Tipps für einen nachhaltigen Urlaub

Die Urlaubssaison hat begonnen, die Reise ist gebucht und es kribbelt uns schon in den Fingern. Geht’s dir auch so? Damit wir beim Reisen aber nicht nur uns etwas Gutes tun, sondern auch unserer Umwelt, gibt es einiges zu beachten. Hier zehn Ratschläge, die euch helfen, euren Urlaub nachhaltiger zu gestalten.

1. Nachhaltig buchen

Wer es retro mag, geht ins Reisebüro – und der moderne Traveller, bucht seine Reise online. Das geht einfach und die dafür einschlägig bekannten Online-Portale kennen wir natürlich alle. Neben diesen gibt es aber auch eine Handvoll Websites, die zwar (noch) nicht so bekannt sind, dafür aber einen größeren Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit legen. Buchst du deinen Urlaub beispielsweise auf der Plattform BookDifferent, werden 50% der Kommissionskosten an eine Wohltätigkeitsorganisation deiner Wahl gespendet. Ein weiteres nachhaltiges Buchungsportal ist Gutbürger.Reisen – hier wird die Provision für deine Buchung automatisch genutzt, um den CO2 Aufwand für deinen Urlaub über den Dienstleister Atmosfair zu kompensiert. Und was die Urlaubsrecherche grundsätzlich angeht: benutze am Besten die Suchmaschine Ecosia – durch die Einnahmen, die das Unternehmen durch deine Recherche macht, fördern sie Projekte zur Aufforstung von Wäldern auf der ganzen Welt – na, da freut sich unser Klima!

2. Umweltfreundliche Unterkünfte

Nicht nur bei der Buchung, auch bei der Wahl deiner Unterkunft kannst du auf Nachhaltigkeit achten. Mittlerweile gibt es viele Hotels mit Bio- oder anderen Gütesiegeln aus dem Öko-Bereich. Solche Unterkünfte werden beispielsweise mit Naturstrom betrieben, bieten regionale und saisonale Lebensmittel an, wurden nachhaltig erbaut oder vermeiden unnötigen Abfall. Und wie findest du solche Unterkünfte? Ganz einfach: selber suchen und recherchieren oder davor konzipierte Websites nutzen. Tolle und ökologische Unterkünfte findest du beispielsweise auf BookitgreenGood TravelEcobnb oder Green Pearls.

3. Die Wahl des Transportmittels

Ja, wir alle lieben Urlaub und bei vielen ist die Lust groß auch fremde Ziele in der weiten Ferne zu bereisen. Was wir dabei beachten sollten: je nach Transportmittel produziert das ganz schön viel CO2. Spitzenreiter ist das Flugzeug, danach kommt das Auto. Deutlich weniger CO2 hingegen wird bei der Nutzung des Fernzugs produziert. In unserem Nachhaltigkeits-Special haben wir bereits ausführlich zum Thema Transport berichtet – den Artikel dazu findest du hier. Wenn wir umweltbewusst reisen wollen, sollten wir also Transporte mit dem Flugzeug gezielt und sparsam einsetzen und bei kürzeren Reisestrecken auf den Fernzug setzen. Versuch deshalb auch nähere Ziele ins Visier zu nehmen und nicht nur welche am anderen Ende der Welt. Außerdem kannst du dir überlegen den CO2 Verbrauch für deinen Transport über Kompensationsprogramme auszugleichen. Das geht beispielsweise über die Plattform Atmosfair. Last but not least: denk nicht nur an den Transport ZU deinem Reiseziel, sondern auch AN deinem Reiseziel. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, schwing dich aufs Rad oder geh zu Fuß und versuche auch hier (Miet-)Autos, Taxen und Flugzeuge (falls du mal längere Strecken auf deiner Route zurücklegen willst) zu vermeiden.

4. Packen – weniger ist mehr

Auch beim Packen kann man an die Umwelt denken. Der Grund: je schwerer dein Gepäck, desto mehr Brennstoff wird beim Transport benötigt und somit wird auch mehr CO2 produziert.Versuche also möglichst leicht zu packen und nur das mit auf deine Reise zu nehmen, was du wirklich brauchst. Dies geht besonders gut, wenn du dir ein wenig Zeit nimmst, eine Packliste schreibst und dich bei jedem Utensil fragst, ob du es für den Urlaub wirklich brauchst und in welcher Stückzahl. Meist haben wir doch ohnehin mehr dabei als nötig! Also: packe bewusst und sparsam. Da freut sich nicht nur dein ökologischer Fußabdruck, sondern auch du – denn umso leichter das Gepäck, desto angenehmer wird das Tragen. PS: Gleiches gilt übrigens für Urlaubsmitbringsel. Gerne nehmen wir viel zu viel mit und am Ende verstaubt das Ganze ja doch nur im Regal. Leg dir deswegen lieber weniger Souvenirs zu aber dafür welche, über die du dich noch lange freuen kannst.

5. Essen im Hotel

Klar Buffet und All-inclusive ist schon mal eine feine Sache, besonders nachhaltig ist das Ganze meist allerdings nicht. Gerade bei großen Buffets und üppigem Speisenangebot landet vieles nicht auf den Tellern, sondern in der Tonne. Und ganz ehrlich: nach ein paar Tagen langweilt das Essen im All-inclusive Hotel doch auch, oder nicht? Denn obwohl das Angebot groß ist, besonders hochwertig ist es oft nicht und noch dazu ist es zum großen Teil meist jeden Tag dasselbe. Achte deswegen lieber auf Qualität statt Quantität. Suche dir eine Unterkunft aus, die ein hochwertiges und dafür gegebenenfalls kleineres Angebot hat anstatt eines mit Masse statt Klasse. Auch gut: informiere dich vorab, was das Hotel mit den Resten vom Buffet macht. Und guck dabei doch gleich mal, welche Art von Lebensmittel das Hotel anbietet – regional, saisonal, aus biologischem Anbau oder doch Massenware? Was du bei Buffets außerdem beachten solltest (und das gilt natürlich nicht nur im Hotel): überlade deinen Teller nicht, denn die Reste darauf landen auf alle Fälle in der Tonne. Und hey, wenn du aufgegessen hast und noch Hunger hast, kannst du ja einfach nochmal zum Buffet gehen und dir nachnehmen. Wie praktisch! Nun noch eine kleine Sache zum Schluss: du kennst doch sicher diese kleinen Plastikverpackungen für eine Portion Marmeladen oder andere Aufstriche, oder? Lass die, wenn möglich, auch mal lieber links liegen – ebenso wie andere in Plastik verpackte Lebensmittel an der Theke. Die machen nämlich ganz schön viel unnötigen Müll. Und das muss doch nicht sein.

6. Nachhaltiger Kontakt

Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht auf die Natur, die Erderwärmung oder unseren CO2-Verbrauch. Nein, auch im Umgang mit fremden Kulturen und Menschen gilt es einen nachhaltigen Kontakt zu pflegen. Das bedeutet: informiere dich vor deiner Reise über Gepflogenheiten, übliche Verhaltensweisen und die Kultur in dem Land, das du besuchen möchtest. Versuche dich einfach ein bisschen anzupassen – mit deinem Kleidungsstil, beim Bestellen, in der Art und Weise, wie du auf Menschen zu gehst, etc. Das hat einfach mit Respekt zu tun und macht dein Urlaubserlebnis sicher direkt viel schöner und angenehmer – denn wenn du einen Schritt auf die Menschen und Kultur zu gehst, werden sie das umgekehrt vielleicht auch machen. Sei also aufgeschlossen, offen für Neues und unterhalte dich mit Einheimischen, um mehr zu erfahren und dein Erlebnis noch authentischer zu gestalten. Last but not least eine kleine Anmerkung zum Thema fotografieren: ja, wir alle freuen uns über schöne Urlaubsbilder, die wir unseren Eltern, Freunden oder den treuen Followern auf Social Media zum fröhlichen Liken präsentieren können. Aber auch dabei ist Feinfühligkeit gefragt. Bevor du andere Menschen mir nichts, dir nichts ablichtest, frag sie erst einmal, ob es für sie in Ordnung ist und sie sich dabei wohlfühlen. Wenn sie gerne und freiwillig auf deinem Foto sind, sieht es sicher auch gleich viel schöner aus.

7. Und sonst im Hotel?

Über das Buffet und Essen in deiner Unterkunft haben wir ja bereits gesprochen. Doch daneben gibt es noch ein paar weitere Dinge, die du gut und gerne beachten kannst, um deinen Aufenthalt nachhaltiger zu gestalten. Deine Handtücher und deine Bettwäsche müssen beispielsweise nicht täglich gewaschen werden und auch das Zimmer insgesamt benötigt nicht jeden Tag auf’s Neue eine Hochglanz-Putzaktion, oder? Lass dein Zimmer, die Bettwäsche und co. dann reinigen, wenn es wirklich nötig ist – dadurch werden wichtige Ressourcen und Energie eingespart. Außerdem wichtig im Bad: solltest du welche von diesen kleinen Plastiktuben voll Creme, Shampoo, Bodylotion usw. aufmachen und benutzen, dann sieh zu, dass du sie auch aufbrauchst und sie nicht halbvoll vom Reinigungsdienst weggeschmissen und durch neue Packungen ersetzt werden. Noch besser: nimm einfach deine eigenen Hygieneartikel in größeren Verpackungen oder sogar als festes Stück (z.B bei der Body Lotion oder dem Shampoo) mit. So kann eine Menge unnötiger (Plastik-)Müll vermieden werden. Auch sonst gelten die gleichen Regeln wie daheim: Mach das Licht hinter dir aus, lass denn Fernseher nicht an, und so weiter und so fort. Und wenn du in besonders warme Regionen verreist: versuche auch die Klimaanlage nur sparsam zu nutzen – die ist vielleicht ganz angenehm für das Klima im Hotelzimmer, aber sie ist eben auch ein wahrer Energiefresser und alles andere als gut das Klima auf unserer Erde.

8. Müllfrei reisen

Nun wollen wir nicht nur Müll im Hotel vermeiden, sondern auch grundsätzlich auf unserer Reise. Wie bereits angesprochen ist ein guter Weg feste Hygieneprodukte (Seifen, etc.) einzupacken anstatt verpackte. Sinnvolle Reiseutensilien (gerade bei Backpackern) sind außerdem ein Taschenmesser und ein Besteck-Set – so kommst du erst gar nicht in Verlegenheit hier oder da doch zum Plastikbesteck greifen zu müssen. Wie  im Allgemeinen gilt es auch im Urlaub so zu essen, dass du dabei möglichst wenig Müll produzierst. Das bedeutet: möglichst unverpackte Lebensmittel einkaufen, Einweg-Verpackungen (z.B beim Coffee to go oder Fast Food) vermeiden und deine eigene Glasflasche zum Trinken dabei haben. Und was Bücher und Reiseführer angeht: nimm diese Begleiter am besten in gebrauchter oder digitaler Variante (auf dem Handy oder eReader) mit – auch auf diesem Weg kannst du ganz einfach wichtige Ressourcen schonen.

9. Touri-Angebote bewusst nutzen

Wenn man auf Reisen ist, will man auch was erleben, klar! Allerdings sollte man sich die für Touristen angebotenen Touren und Events genau ansehen, bevor man sie bucht. Elefantenreiten, Delfinshows oder andere tierfeindliche Veranstaltungen sind leider gar nicht mal so cool. Genauso wie mit einem Truck durch den Dschungel zu fahren und dabei die Natur zu zerstören oder sich von einem unterbezahlten Guide für viel Geld durch die Wüste kutschieren zu lassen. Also: bevor du ein Angebot buchst, recherchiere und informiere dich erst einmal über die verschiedenen Angebote und entscheide dich für welche, die möglichst umwelt-, tier- und menschenfreundlich sind. Gleiches gilt übrigens auch für Souvenirs und andere Waren, die an Touristen verkauft werden – achte wenn möglich darauf Produkte zu kaufen, die unter fairen und guten Bedingungen hergestellt wurden. Und: denk an das Trinkgeld (sofern es an deinem Reiseziel üblich und erwünscht ist) – in vielen Ländern sind die Menschen nämlich darauf angewiesen und du kannst ihnen mit nur wenigen Münzen eine große Freude bereiten.

10. Für die besonders Motivierten

Das alles ist dir noch nicht genug? Du willst es noch nachhaltiger? Na, überhaupt kein Problem! Sammle während deiner Wanderung oder deinem Strandspaziergang Abfall ein, der auf deinem Weg liegt. Oder noch besser: veranstalte eine Aufräum-Aktion. Dazu brauchst du nur ein paar Mitreisende oder Einheimische motivieren, um Mitstreiter zu finden, schnappst dir ein paar Mülltüten und sammelst dann fleißig mit den anderen ambitionierten Helfern ein bisschen Müll auf. Außerdem kann man vielerorts ehrenamtliche Hilfe leisten, beispielsweise in Parks, Auffangstationen oder Naturschutzgebieten. 

Unterschrift

Christine Hierer

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