reCommerce ist ein weites Feld. Während wir in unserem ersten Post zum Thema noch die Verwandlung von alten Schulmöbeln zu schicken Designobjekten beschrieben haben, geht es heute an die Wäsche.

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Fotos: recyclistworkshop.de

An der Bauhaus-Universität in Weimar haben sich zwei Architekten zusammengetan, um Mode zu machen. Klingt klobig, ist aber das genaue Gegenteil. Lars Nüthen und Valentin Schmitt haben das Prinzip des nachhaltigen Bauens in die Sprache der Modeschöpfung übersetzt. Sie verwenden bereits gebrauchte Materialien, etwa Filz aus wiederverwerteten Textilien, um daraus neues zu schaffen. So entstanden etwa zwei Pullover mit den schönen Namen Juri und Walentina. Fahrradketten-Elemente an der Kapuze und eingearbeiteter Fahrradschlauch machen den Träger dieser Pullover zum schicken Upcycling-Vorreiter mit gutem Gewissen. Das Label zeigt auch durch seinen Namen recyclist_workshop, wohin die Reise geht. Weil das nachhaltige Verwenden von Rohstoffen auch eine Vorbildfunktion für andere Labels hat, wurde der recyclist_workshop jüngst mit dem Bundespreis ecodesign ausgezeichnet.

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Während die Pullover zu einem sehr fairen Preis von 50€ plus Mwst. zu haben sind, ist der Recycling-Schuh des Labels leider noch nicht in größeren Stückzahlen produziert worden. Ja, es ist ein Anschnallgurt aus dem Auto, der hier die Ferse schützt. Das Obermaterial besteht zum Großteil aus altem Feuerwehrschlauch – wasserdicht sollte der Schuh also auch sein. Die Latschen fürs gute Gewissen bestehen zu 98% aus wiederverwendeten Materialien. Geplant sind außerdem Flip-Flops aus Recycling-Stoffen. Wir hoffen, dass sich die jungen Macher aus Weimar in Zukunft weniger um Häuser kümmern, sondern weiter schöne und nachhaltige Mode bauen.