Völlig im Flow. So fühlte ich mich im Spätsommer 2012 auf der Terrasse eines kleinen Ferienhauses auf Korsika. Die Zeit flog vorbei, alles war in bester Ordnung, ich war rundum zufrieden. Eben im Flow:

Flow (engl. „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit (Quelle: Wikipedia)

Völlig vertieft saß ich also da, grinste zufrieden und konnte mich auf nichts anderes konzentrieren als dieses Buch. Jemand hatte es mir tags zuvor in die Hand gedrückt, ich hatte zunächst kaum Notiz davon genommen. Tschick, so der Titel. 256 Seiten schmal.

Tschick

Wolfgang Herrndorf: Tschick (Foto: Rowohlt)

Im Buch geht es um den 14-jährigen Maik, Sohn einer zu Wohlstand gekommenen Familie aus dem Berliner Osten. Es geht um den gleichaltrigen Tschick, einen kauzigen, manchmal besoffenen Spätaussiedler. Es geht um ihr gemeinsames Ausreißen aus dem Alltag. Und es geht um viel mehr als das Entstehen ihrer Freundschaft.

Autor Wolfgang Herrndorf hat in Tschick die Fragen aufgegriffen, die wir uns alle in einer bestimmten Phase der Jugend stellen. Und das ohne Zeigefinger, der Attitüde eines Besserwissers oder überflüssigen Kitsch. Man sieht sich bei der Lektüre wieder mit den Augen eines Jugendlichen, der nicht weiß, wohin mit den Gedanken, Ängsten und Wünschen. Tschick ist Jugendbuch, Erwachsenenbuch, Generationenbuch, Meisterleistung.

Bevor ich beim Schreiben wieder in den Flow gerate und nicht mehr aufhören kann, empfehle ich euch daher ausdrücklich Tschick von Wolfgang Herrndorf. Go with the flow!